Die
Hexe ist in unserer Gegend eine verbreitete und sagenumwobene Gestalt. Auf dem
Waldkircher Hausberg, dem Kandel, trafen sich die Hexen in der Walpurgisnacht
zum Hexentanz ein. Wenn keine hohe Fastnacht war, versammelten sie sich auf dem
Kastelberg.
Dies Sagen nutzte Robert Breininger und entwarf 1973 das Häs der heutigen
Burghexe, mit dem er während der Fasnet auftrat. Sehr schnell sammelten sich
immer mehr Hexen um ihn. Zu dieser Zeit nannte man sich "CHICAGO-HEXEN“.
Der Ursprung dieses Namens lag in der Wohngegend, den Hochhäusern von Waldkirch
begründet, die zu damaliger Zeit im Waldkircher Jargon „klein Chicago“ genannt
wurden.
Drei Jahre später kam Bernd Ralf Richter dazu und hatte die Idee, dass in eine
Hexengruppe auch ein Teufel gehört. Er entwarf ein Häs und gesellte sich als
Einzelfigur zu den Hexen.
Somit waren die Chicago-Hexen eine der wenigen Gruppen, und im Elztal die
Ersten, die einen Teufel in ihrer Mitte hatten.
Die eigentliche Umbenennung der Chicago-Hexen in Burghexen Waldkirch erfolgte
im Jahre 1979. Im darauf folgenden Jahr, am 02. Dezember 1980, erfolgte die
Eintragung ins Vereins-Register, und man besaß ab nun den Namen
Burgehexen-Waldkirch e.V.
Die Burghexen Waldkirch e.V. entschieden sich 1981 erstmals zur Teilnahme am
Waldkircher Stadtfest und tun dies nachfolgend jedes Jahr. Die Kontinuität des
Vereins zeigt sich auch in der Fasneteröffnung, die 1983 erstmals am
Fastnachtsfreitag mit einem schaurigen Spektakel im Steinbruch stattfand.
Dieses Spektakel musste 1988 aus der schaurig-schönen Umgebung des Steinbruchs
weichen, da durch einen Einsturz die notwendige Sicherheit nicht mehr gegeben
war.
Seither findet die bereits traditionelle Eröffnung in der Waldkircher
Schlettstadtallee statt. Leider kann dieser Ausweichplatz dem Ambiente des
Steinbruchs nicht standhalten.
Das 11-jährige Jubiläum am 28.Januar 1984 war Anlass erstmals mit einer eigenen
Veranstaltung an die Bevölkerung und an die zahlreichen befreundeten Zünfte
heranzutreten. Die Kollnauer Festhalle war bald bis auf den letzten Platz
gefüllt und bot so eine gute Atmosphäre für unseren Hexentanz, der zum ersten
Mal in seiner noch heute aktuellen Form aufgeführt wurde und kam begeistert bei
den Zuschauern an.
Die Tradition wird hoch geschätzt und man bringt hierfür gerne persönlichen
Einsatz. Um die Treppe des Kastelburgturms zu erneuern, hat die Stadt Waldkirch
im gleichen Jahr um die Mithilfe der Vereine gebeten. Die Burghexen beschlossen
ein Fest zu veranstalten, um den Erlös der Stadt und somit der Burgtreppe der Kastelburg,
die ein Teil des Hexenwappens ist, zukommen zu lassen. Der „Stapfle-Hock“ fand
am 15. September 1984 im Steinbruch an der Halde statt.
Noch in diesem Jahr entschieden sich die Burghexen zur Teilnahme an der
Ferienspielaktion. Diese Aktion wird jährlich von der Sozialstation und den
Waldkircher Vereinen getragen, um den Kindern etwas Abwechslung zu bringen. Da
dieser Tag mit den Kindern z. B. als Pirat, Seeräuber, Goldsucher etc. den
Großen wie den Kleinen gefällt, ist dies ein fixer Termin in unserem
Jahresprogramm geworden.
Die Zeit vergeht und am 16. Januar 1988 wird das 15-jährige Bestehen mit großem
Spektakel in der Stadthalle entsprechend gefeiert. Unsre Bedenken über die
Größe der Halle werden zerstreut, als wir die Halle bis zum Bersten gefüllt
sehen und die Gäste auf Stühlen und Tischen tanzen.
Das Jahr 1991 stand leider ganz im Zeichen des Golfkrieges. Daher wurde im
ganzen Elztal und auch an anderen Orten die Fasnet abgesagt. Um aber die
Kameradschaft zu pflegen, machten die Burghexen einen Ausflug nach Nürnberg und
verbrachten dort ein geselliges Wochenende, an das alle gerne zurückdenken.
Ein Highlight in unserer Vereinsgeschichte war unser Jubiläumsumzug zum
20-jährigen am 17. Januar 1993. Es kamen über 60 befreundete Zünfte und ca. 15.000
Zuschauer, um diesen Tag bei strahlendem Sonnenschein und bester Laune mit den
Hexen zünftig zu feiern.
Eine große Ausnahme wurde gemacht, als wir am 03. Oktober 1996 eine Einladung
zum Umzug am Tag der Deutschen Einheit nach Berlin bekamen, der wir sehr gerne
nachkamen. Dieses Wochenende in Berlin war für uns alle großartig und blieb uns
allen als einmaliges Erlebnis in Erinnerung.
Siegfried Rinkert entwarf 1997 eine schwarze Trauerhexe, die bei der
Fasnetverbrennung am 11.02.1997 zum ersten Mal auftrat und seitdem jedes Jahr
als Einzelfigur beim Trauerzug dabei ist.
Am 09. März 1997 wurde am Hexenstammtisch im Bayersepple der Beschluss gefasst,
die Burghexen von 33 auf 55 aktive Mitglieder aufzustocken.
Zu unserem 25-jährigen Geburtstag am 17. Januar 1998, luden wir die Waldkircher
Bevölkerung und unsere befreundeten Zünfte zu einem großen Fest in die
Stadthalle ein, wo bis in den frühen Morgen gefeiert wurde.
Am 18./19. Januar 2003 feierten wir mit 46 aktiven Mitgliedern unser
30-jähriges Bestehen und haben alles geboten, was man sich wünschen kann:
großer Hexentanz, Fackelumzug, ein gigantisches Feuerwerk von der Kastelburg,
Freinacht und großer Jubiläumsumzug (mit 96 Zünften) am Sonntag. Es war eine super
Stimmung und alle waren bester Laune.
Mit unserem Jubiläum legten wir auch den
Grundstein für einen neuen Verein: „Hoffnung für Kinder im Elztal und den
Seitentälern“, der Kindern in Not helfen will.
Im Februar 2004 wurden wir gefragt ob wir
einer Einladung der taiwanesischen Regierung nachkommen könnten und sagten
spontan zu. So kam es das am 01.05.2004, 10 Burghexen sich nach Taiwan aufmachten
um dort beim Internationalen Maskenfestival in Miao Li mit dem Hexentanz
teilzunehmen. Sie traten in der Zeit von 04.05.-16.05.04 zweimal täglich auf
und brachten so ein Stück Fastnachtsbrauchtum nach Taiwan. Eine besondere Ehre
war es auch für uns als einzige Gruppe Deutschland zu vertreten.
Im Mai 2008 wurden Filmaufnahmen unseres
Hexentanzes auf der Burg für die Sendung „Fahr mal hin“ im SWF 3 gemacht. Als
Dank erhielten wir den gesamten Hexentanz auf DVD aufgezeichnet.